
Der
„Außenpolitische Bericht 1985“ des österreichischen Bundesministers für Auswärtige Angelegenheiten dokumentiert Österreichs internationale Beziehungen und außenpolitische Aktivitäten im Jahr 1985. Er umfasst nahezu 700 Seiten und behandelt sowohl die großen internationalen Konflikte als auch Österreichs bilaterale Beziehungen und seine Tätigkeit in internationalen Organisationen. [Parlament Österreich]
Im Mittelpunkt steht Österreichs Rolle als neutraler Staat zwischen Ost und West während des Kalten Krieges. Die Bundesregierung setzte auf Entspannung, Dialog, Abrüstung und internationale Zusammenarbeit. Österreich unterstützte Maßnahmen gegen das Wettrüsten, insbesondere gegen eine Ausweitung der Rüstung auf den Weltraum, und trat für Fortschritte bei der Rüstungskontrolle und bei Atomteststopps ein. [ND-Archiv])
Große Bedeutung hatten die Vereinten Nationen, die KSZE und der Europarat. Wien sollte als Standort internationaler Organisationen und als Ort des Dialogs weiter gestärkt werden. Gleichzeitig beschäftigte sich die österreichische Außenpolitik mit internationalen Krisen, Menschenrechten, Terrorismus, Entwicklungspolitik sowie wirtschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt war Europa. Österreich suchte eine engere wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit den Europäischen Gemeinschaften, wobei die immerwährende Neutralität gewahrt werden sollte. Diese Diskussion war ein wichtiger Vorläufer der späteren Annäherung Österreichs an die EG bzw. EU. [Dokument]
Ausführlich behandelt der Bericht außerdem die Beziehungen zu einzelnen Staaten und Regionen. Besondere Aufmerksamkeit galt den Nachbarstaaten, den Beziehungen zwischen Ost und West sowie Italien und der Südtirolfrage. Der offizielle Rom-Besuch von Bundeskanzler Fred Sinowatz wurde als wichtiger Schritt zur Intensivierung der österreichisch-italienischen Zusammenarbeit bewertet. [Parlament Österreich]
Insgesamt zeigt der Bericht Österreich 1985 als kleinen, neutralen Staat, der seine geografische Lage zwischen den politischen Blöcken nutzte, um Vermittlung, friedliche Zusammenarbeit und internationale Verständigung zu fördern.
Direktlink Österreichisches Parlament
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